PooPick - Hundekot umweltbewusst entsorgen!

Portrait Andreas Moll
von Andreas Moll – 03.09.2018

Hundekot ist und bleibt immer ein großes Streitthema. 79% der Deutschen bringt es auf die Palme, wenn Hundehalter den Kot ihrer Schützlinge nicht entfernen (Quelle: Stern/April 2016). Der am Niederrhein lebende Bernhard Küppers kämpft seit Jahren schon mit seiner Initiative "IGHID", dafür, dass die über fünf Milliarden Hundehaufen pro Jahr ordentlich entsorgt werden und berät diesbezüglich Städte und Gemeinden ("Burkhard Küppers - "Alles für den Kot!"). Die meisten Hundehalter, die ich kenne, nutzen Plastikbeutel, um die Hinterlassenschaften aufzunehmen und im nächsten Abfalleimer zu entsorgen.

Die Stadt Köln hat in der Kölner Südstadt, dem Viertel, in dem ich wohne, sehr viele Kotbeutel-Stationen eingerichtet. Und tatsächlich findet man hier sehr wenige Hundehaufen, die "vergessen" wurden und den Weg in den Abfalleimer nicht gefunden haben. Die Plastikbeutel jedoch werden zum Problem. Sie sind zwar sehr günstig, werden jedoch aus Erdöl hergestellt und brauche einige hundert Jahre, bis sie restlos verrottet sind. Viele Hundebesitzer nutzen Bio-Plastiktüten und fühlen sich mit dieser Wahl aus dem Schneider, doch sagt Verpackungsexperte Gerhard Kotschnik auf der Seite des Umwelt-Bundesamtes, dass "Tüten aus Bioplastik keine Alternative" sind.

Die ökologische Antwort auf den Plastikbeutel nennt sich "PooPick"

Viele Menschen machen sich Gedanken zu diesem Thema. Christian Salzmann in Hannover ist einer davon. Seit langer Zeit sind dem zweifachen Familienvater die Müllberge ein Dorn im Auge. "Plastiktüten gehören zu den größten Umweltverschmutzern überhaupt, sie verrotten nicht", sagt Salzmann, "Plastik wird aus Erdöl gewonnen, was ebenfalls zu erheblichen Umweltschäden führt." Seiner Meinung nach, ist Müllvermeidung der einzige Weg. Und so hat er mit seinem Team nun die "ökologische Antwort auf den Plastikbeutel" mit sehr viel Enthusiasmus auf den Markt gebracht.

Seit einigen Wochen ist die Homepage "www.thepoopick.com" live geschaltet, außerdem werden die sozialen Netzwerke mit Infos dazu bespielt. Sogar die autofreie Nordseeinsel Wangerooge hat sich für "PooPick" entschlossen, setzt die ökologische Hundeschaufel auf der Insel ein und und geht somit einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. "Ganz ohne Plastik" titelte Anfang August das "Jeversche Wochenblatt".

Ich mache gerne jeden Scheiß mit, solange ich meinen Spaß habe."

Pepples

Mischling, 6,5 Jahre jung

Die Geschichte um "PooPick" hört sich super an. Auf der Homepage erfährt man, dass der PooPick komplett in Deutschland produziert wird, und dann in den gemeinnützigen Nordeifelstätten, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung, per Hand gefaltet, verpackt und versendet wird. Das Material besteht zu 70% aus recyceltem Papier und darüber hinaus aus Resten der Möbelindustrie, der Kleber aus Kartoffelstärke. In kleinen Filmen wird gezeigt, wie man die "Schaufel" zusammenbaut, den Hundekot aufnimmt, und dass die Feuchtigkeit nicht durch das Material durchnässt. Ich bestelle zwei Testexemplare, zahle dafür lediglich das Porto und erfahre auf diesem Weg gleich noch, dass der Versand der Probepackung klimaneutral erfolgt.

Probe aufs Exempel

Natürlich muss mein Hund herhalten, bzw. produzieren. Ziel sind die Poller Wiesen auf der rechten Rheinseite - in Köln "Schäl Sick" (falsche Seite) genannt. Auf der Hunderunde am Rheinufer jedoch kann mein Hund nach Herzenslust laufen - und natürlich sein Geschäft erledigen. Das folgt auf dem Fuße. Pepples entledigt sich ihres Darminhalts auf drei Pfoten und benötigt dafür knapp eine Minute. Nach dem Foto komme ich ins Spiel, nehme den "PooPick" aus der Hosentasche, trenne mit dem Daumennagel die Klebelasche und baue die Schaufel. Natürlich habe ich mir das Video vorher angesehen, doch ist der Zusammenbau tatsächlich kinderleicht und in zehn Sekunden getan. Beim ersten Versuch nehme ich den Hundekot erfolgreich und vor allem restlos auf (inkl. einiger verdorrter Grashalme) und schließe den "PooPick"-Bagger. Weder Geruch noch Feuchtigkeit sind festzustellen. Ich nehme mir jedoch vor, die gefüllte Packung während des gesamten Spazierganges in meiner Hand zu halten. Das PooPick hat den Test bestanden - ich konnte weder etwas von Pepples Hinterlassenschaften riechen, noch ist Feuchtigkeit herausgetreten.

Test bestanden. Ich weiß zwar nicht, warum ich hier neben dem Karton platzieren soll? Trotzdem mache ich das, was der Alte will!"

Pepples

Mischling, 6,5 Jahre jung

Gespräch unter Hundehaltern

Unterwegs begegnen wir Mia und ihrer Französischen Bulldogge "Lilly". Die Kölnerin ist so freundlich, ein Foto von Pepples, mir und dem PooPick zu machen. Und natürlich sprechen wir auch über den Grund der Hunderunde. Sie ist von der Idee begeistert, freut sich, dass ich mein Reserveexemplar an sie weitergebe und verspricht, ihre Erfahrungen aufzuschreiben (Hunderunden/Facebook).

Probieren geht über studieren!

Wer angefixt ist, probiert die Kotbeutel-Alternative einmal aus. Der Hersteller bietet an, dass man zwei Exemplare kostenfrei bestellen kann. Einfach klicken unter "2x PooPick kostenfrei", Adresse eingeben und zwei Tage warten. Lediglich die Versandpauschale von € 2,49 wird berechnet. Der Versand erfolgt übrigens klimaneutral. Probieren geht tatsächlich über studieren!