Bundestierschutzpreis-Trägerin Sunny Benett - "Ich atme Hund!"

Portrait Andreas Moll
von Andreas Moll – 29.04.2016

"Ich atme Hund" - so beschreibt die Wienerin Sunny Benett die Beziehung zu ihrem Vierbeiner und zu Hunden im Allgemeinen. Seit dem Jahre 2005, als sie ihren Labbi-Doggen-Mischling "Digga" traf und mit ihm eine Lebensbeziehung einging, gibt es im Leben der Wienerin (fast) keine Momente mehr ohne Hund. Große Ausnahme sind die Stunden, wenn sich Freund Alejandro um den großen, schwarzen Vierbeiner kümmert und "Sunny" einen Moment für sich lässt. Alejandro gehört zu Diggas absoluten Lieblingsmenschen - was sicherlich daran liegt, dass Digga bei ihm alles darf und absolute Narrenfreiheit genießt.

Sunny Benett ist Trainerin in Wien, Bloggerin und Pressesprecherin der Vereinigung Österreichischer HundeverhaltenstrainerInnen. In ihrer Abschlussarbeit des Universitäts-Lehrganges "Angewandte Kynologie" widmete sie sich den Gefahren, widmete sie sich den Gefahren, die von einschlägigen TV-Hundetrainings-Serien ausgehen. Hierfür und die von ihr durchgeführte Aufklärungsarbeit erhielt sie den Bundestierschutzpreis der Alpenrepublik und ist seitdem eine gefragte Fachfrau, wenn es um moderne und gewaltfreie Hundeerziehung geht.  

Auf dem Spaziergang am schönen, blauen Donaukanal lernen wir erst einmal die verbreiteten TV-Mythen rund um die Hundeerziehung kennen. Sunny Benett, die für 100%ig gewaltfreie Hundeerziehung steht, gerät in Rage, wenn sie hört, dass ein Hund sich immer unterordnen muss und sich das "Herrchen" jederzeit als Rudelführer darzustellen hat. Schreckreize, körperliche Züchtungen und Schläge, um die Aufmerksamkeit der Hunde zu erreichen, sind ihr ein absolutes Graus. "Eine Beziehung zwischen Hund und Mensch muss vom gegenseitigen Vertrauen gekennzeichnet sein", erklärt die Hundetrainerin, "und die kann nur durch Achtung und keinesfalls durch Einsatz von Gewalt erarbeitet werden!" Benett, die als Trainerin mit ihrer modernen Hundeerziehung sehr gefragt ist, erreicht dies mit dem richtigen Timing, Motivation und dem gezieltem Einsatz von Belohnungen. "Deshalb lautet mein Motto auch Kooperieren statt Korrigieren!"

Ich liebe mein Frauli, freue mich auf die wohl verdienten Leckerchen und würde für meine Sunny alles tun. Einfach alles!

Digga

Labrador-Doggen-Mix, 10 Jahre

Die „Tierschutzqualifizierte Hundetrainerin“ beschäftigt sich, so macht es den Anschein, 24 Stunden am Tag mit Hunden. Klar, die Fachfrau sieht sehr gut aus, weiß, wovon sie spricht, ist mutig genug, das auch zu formulieren und ist dabei absolut glaubwürdig. Kein Wunder, dass die Medien sich auf die Wienerin stürzen, doch Sunny Benett bleibt mit ihren "Pfoten" fest am Boden. Sie war einige Jahre als Redakteurin und im Marketing tätig, sie ist immer wieder als Hundefachfrau im Fernsehen, Radio oder Zeitschriften gefragt, hält Vorträge und Seminare. 

Darüber hinaus engagiert sie sich besonders für wohnungslose Hundehalter, denen sie in Kooperation mit der "Volkshilfe Wien" mit Rat, aber vor allem auch mit Tat zur Verfügung steht. "Innerhalb dieses Projektes schule ich gemeinsam mit einer Sozialarbeiterin Obdachlose im Umgang mit ihren Haustieren, damit sie weder Tier noch Heimplatz verlieren", erklärt sie. "A G'spia fürs Tier" (Hohdeutsch: Das Gespür für das Tier) der Volkshilfe Wien wurde 2014 ins Leben gerufen und ist das erste seiner Art in der Hauptstadt Österreichs. Ein Projektziel ist es, dass künftig mehr Einrichtungen Haustiere zulassen und verstehen, dass das eine Chance ist, denn Tiere fördern nicht nur soziale Kontakte, sondern strukturieren den Tagesablauf der Obdachlosen. 

Langweilig wird es der Hundefrau keinesfalls - und wenn gerade einmal kein Hundebesitzer wartet, von ihr in die Geheimnisse der Tiererziehung eingewiesen zu werden, schreibt sie ihre Erfahrungen in ihrem Blog auf ihrer Website www.dogsinthecity.at auf. Und zu berichten, gibt es immer etwas aus dem spannenden Leben der Sunny Benett...