Bürohunde bei der WDT: "Im Rudel erfolgreicher!"

Portrait Andreas Moll
von Andreas Moll – 24.11.2022

Hunde sind wahre Alleskönner, wenn sie ihre Besitzer:innen ins Büro begleiten dürfen. Bürohunde senken das Stresslevel, als Rudeltier sorgt ein Hund automatisch für mehr Kommunikation unter den Kolleg:innen und fordern ihre mittäglichen Hunderunden und sorgen somit für mehr Bewegung ihrer Halter:innen. "Bürohunde unterstützen den nachhaltigen Unternehmenserfolg", weiß auch Dr. Thomas Nonnewitz, Vorstandsvorsitzender der WDT im niedersächsischen Garbsen. Das Unternehmen, seit über 115 Jahren in der Hand von Tierärzt:innen, beliefert so gut wie jede Tierarztpraxis mit allen Produkten, die einen reibungslosen Praxisalltag gewährleisten. Gut 300 Mitarbeiter:innen sind beim Basisversorger der Tierärzteschaft angestellt - knapp 10 Prozent der Belegschaft sind Hundebesitzer:innen, die ihre Vierbeiner regelmäßig mit ins Büro, bzw. an den Arbeitsplatz nehmen. Und das unterstützt Nonnewitz, der weiß, dass Mitarbeiter:innen, die ihre Hunde mit ins Büro nehmen dürfen, motivierter arbeiten und nachweislich weniger krankheitsbedingt fehlen.

Auf einer der regelmäßig in der Mittagszeit stattfindenden Hunderunden durfte Verleger Andreas Moll und seine zehnjährige Mischlingshündin Pepples dabei sein. Zu Beginn noch herrschte große Unruhe und freudige Nervosität sowohl unter den Zwei- und den Vierbeinern. Doch, nachdem das Willkommensfoto im Kasten und die ersten Meter der Gassirunde gegangen waren, entspannten sich alle, genossen Luft und Sonne und kamen miteinander ins Gespräch.

Einer der aufgeweckten Hunde in der Gruppe hört auf den Namen Johnny Cash. Seit zwei Jahren lebt der Bearded Collie mit Dr. Birthe Schock zusammen, die ihn mit Beginn der Pandemie aus einer schwierigen, familiären Situation gerettet hat. "Im Büro hebt das Seelchen die Stimmung und reißt jeden mit seiner Energie mit", beschreibt die seit 10 Jahren bei der WDT beschäftigte Tierfreundin. Die Hunderunde in der Mittagszeit ist ein fester Termin im Terminplan, zu der alle Hundehalter:innen zusammenkommen.

Regelmäßig dabei ist Marketingleiterin Katharina Badtke. Die studierte Designerin mit Schwerpunkt Werbung, arbeitet bereits über vier Jahren bei der WDT und bringt regelmäßig ihre fünfjährige Hündin Simba mit zur Arbeit. Sie und ihr Team setzen die Werbemaßnehmen des Unternehmens um, planen und organisieren Messeauftritte der WDT und kümmern sich u.a. um die eigenen Zeitschriften, die regelmäßig für Tierärzt:innen sowie für Tierärztliche Fachangestellte im Haus produziert werden. Simba, der Cockerspaniel-Pudel-Mix ist zwar "manchmal ein bisschen zickig", ist dennoch mit allen befreundet und setzt ihre Kunststückchen bei den Zweibeiner:innen zielführend ein, um Leckerchen zu ergattern. Der Hund sorgt dafür, dass ihre Chefin regelmäßig Pausen macht und sich mit ihr beschäftigt. "Auf diese Weise kann ich mit dem Stress deutlich besser umgehen", fasst Badtke zusammen. Im Marketingteam hat auch Kilja, der dreieinhalbjährige Islandhund von Ingra Sophia Hasselbring, seinen festen Platz. Kilja ist ein agiler und bewegungsfreudiger Hund, der seine Auslastung braucht und wegen seiner freundlichen Art ein den Kolleg:innen zugewandter Bürohund ist.

Mitarbeiter:innen, die ihre Hunde mit ins Büro nehmen dürfen, sind motivierter und fehlen nachweislich weniger krankheitsbedingt!"

Dr. Thomas Nonnewitz, Vorstadt WDT e.G.

Ihr bisheriger Chef, Kai Petriw, hat mit seinem Australischem Cattledog alle Hände voll zu tun. Robbie kennt keine Angst, ist immer auf der Suche nach neuen Jobs und würde auf die Ruhephasen verzichten, wenn Petriw ihn nicht dazu zwingen würde. Robbie, ein Hund aus dem Tierschutz, ist seit drei Jahren bei den Petriws und fordert seinen Besitzer und dessen ganze Familie. "Derzeit arbeiten wir daran, dass sich der Hund an Ruhezeiten gewöhnt und im Bürokörbchen entspannt", so Petriw, der studierte Betriebswirt und Fachwirt für Marketing, der demnächst die das WDT-Tochterunternehmen "Tierarzt 24" leiten und weiter entwickeln wird. Wie der Name schon sagt, handelt es sich hier um einen Onlineshop für Tierhalter:innen mit ausgesuchten und geprüften Produkten, den bisher über 3500 Tierarztpraxen auf ihren Homepages integriert haben. Petriw freut sich, hat viele neue Ideen, um "Tierarzt 24" weiter nach vorne zu bringen und wird parallel weiter daran arbeiten, dass Hund und Mensch im Hause Petriw ihre notwendigen Entspannungsphasen einlegen und zu nutzen wissen.

"Versuchskaninchen"

Die WDT-Bürohunde leben in einem Schlaraffenland, wo zwar nicht Milch und Honig fließen, aber stetig neue Produkte getestet oder auch ganz neu entwickelt werden. Ganz neu im Sortiment ist die die Spezialnahrung, die Tierärzt:innen unter "Vet Diet Intensive Care" nutzen, um Hunde und Katzen, die sich in intensiver medizinischer Betreuung befinden, bei der Genesung effektiv unterstützen. "Unsere Hunde waren bei der Entwicklung der Tiernahrung gern gesehene Probanden, die das Futter regelmäßig auf dessen Schmackhaftigkeit getestet haben. "Unser ausgewogenes Diät-Alleinfutter für die Rekonvaleszenz mi einem hohen Energiegehalt und besonders leicht verdaulichen Zutaten hat den Praxistest hier im Büro sehr gut bestanden", erklärt Dr. Claudia Rade, die seit zwei Jahren bei der WDT beschäftigt und für diese Produktreihe verantwortlich ist. Ihr Hund Hailey, ein Whippet-Border Collie-Mix, begleitet die Tierärztin tagtäglich ins Büro.

Es gibt zwar keinen Hundeknigge, doch achten wir hier sehr auf ein harmonisches Zusammenleben zwischen Hunde- und Nicht-Hundhalter:innen."

Dr. Kristine Roßbach

Hunde im Doppelpack

Mit den beiden Labradoren Grace und Finna bringt Dr. Kristine Roßbach gleich zwei Hunde mit ins Garbsener Bürohundeteam. Die Fachtierärztin für Pharmakologie und Toxikologie ist als Produktmanagerin für Tierarznei- und Pflegemittel zuständig. Wichtig ist ihr, dass alle Tierhalter:innen sich an Regeln halten, die einen ungestörten Büroalltag ermöglichen. "Es gibt zwar keinen Hundeknigge, doch achten wir hier sehr auf ein harmonisches Zusammenleben zwischen Hunde- und Nicht-Hundhalter:innen", erklärt die Fachärztin. Das bestätigt auch ihr direkter Chef, Dr. Dirk Meurer, der selbst Besitzer von zwei Freigänger-Katzen ist, die ihn jedoch nicht an seinen Arbeitsplatz begleiten. Er sieht sich als Gewinner der Hundedichte und sagt: "Ich genieße es sehr, wenn ich entspannt zwischendurch mit einem der Bürohunde beschäftigen und ich mich in deren Fell vergraben kann." Wer einen Hund streichelt, profitiert übrigens vom "Kuschel"-Hormon Oxytocin, das dafür sorgt, dass sich das Stresshormon Cortisol abbaut.

Das jüngste Mitglied der Hundegang ist der erst 15 Woche junge Topsy. Der Elo mit seinem langen Fell und den dreieckigen Stehohren ist sehr aufgeweckt und fordert seinen Besitzer und Erzieher Jan Rösner, der den Hund drei Tage in der Woche mit nach Garbsen nimmt. Dort ist der Vater von drei Kindern für das Lieferantenmanagement zuständig, einer Arbeit, die bei der WDT höchste Wichtigkeit hat. Schließlich sieht sich das Unternehmen als Basisversorger der Tierärzteschaft, und da muss auch das Zusammenspiel mit den Partnern reibungslos laufen.

Hunderunde

An diesem Tag dauerte die Mittagsrunde mit den Hunden ein wenig länger als normal, was von der Unternehmensführung natürlich im Vorfeld genehmigt wurde. Nachdem der Fotograf seine Bilder im Kasten hatte und alle Fragen gestellt waren, gab es für alle einen kleinen Imbiss. Alle Beteiligten waren sichtlich zufrieden mit der Garbsener Hunderunde. Und Redaktionshund Pepples profitierte gleich doppelt, denn neben der coolen Runde mit entspannten Hunden gab es gleich eine ganze Tüte voller Leckereien für den Heimweg nach Köln.

Andreas Moll