Vetarium - tiermedizinisches Wissen für die Kitteltasche
Wer im tiermedizinischen Alltag arbeitet – ob im Studium, im Praktikum, in der Klinik oder in den ersten Berufsjahren – kennt das Problem: Zentrale Fakten wie Vitalparameter, Trächtigkeitsdauern, Zahnformeln oder Referenzwerte sind gelernt, aber im entscheidenden Moment nicht immer präsent. Lehrbücher sind im Stations- oder Praxisalltag unhandlich, das Smartphone nicht überall erwünscht oder praktikabel. Genau an dieser Stelle setzt Vetarium an – ein Tiermedizin-Start-up, das aus eigener Studien- und Praxiserfahrung heraus entstanden ist und eine sehr konkrete Lücke im Alltag von Tierärzt:innen und TFA schließt.
Eine Idee aus dem Studium – weitergedacht für die Praxis
Die Idee zu Vetarium entstand im August 2021 aus einem Austausch auf Instagram zwischen Julia Al Hmawendi (damals Studentin an der Freien Universität Berlin) und Daniela Diepold, die zu diesem Zeitpunkt an der Vetmeduni Wien studierte und mit einem der ersten Blogs zum Tiermedizinstudium viele Studierende erreichte. Im Mittelpunkt stand eine einfache, aber zentrale Frage: Wie lässt sich tiermedizinisches Wissen so aufbereiten, dass es im Klinik- und Praktikumsalltag schnell verfügbar ist – ohne Bücherstapel und ohne ständiges Nachschlagen am Handy? Gemeinsam mit Klemens Kiesner, praktizierender Großtierarzt, wurde aus dieser Frage eine klare Vision: tiermedizinisches Wissen kompakt, visuell verständlich und kitteltaschentauglich aufzubereiten.
Community-getrieben von Anfang an
Ein zentrales Element von Vetarium war von Beginn an die enge Einbindung der Zielgruppe. Über Social Media und Umfragen in der tiermedizinischen Community wurde früh abgefragt, welche Inhalte wirklich gebraucht werden. Während Daniela Diepold vor allem den Aufbau der Community und die Kommunikation über Social Media verantwortete, lag der Schwerpunkt von Klemens Kiesner auf Layout und Illustration. Durch seine Erfahrung aus einem früheren Start-up konnte er sicherstellen, dass trotz des sehr kompakten Formats keine relevanten Inhalte verloren gingen. Julia Al Hmawendi übernahm neben der inhaltlichen Mitarbeit vor allem Versand, Logistik und Organisation. Im März 2024 schied Daniela Diepold mit Abschluss ihres Studiums und dem Wechsel an die Vetsuisse Zürich auf eigenen Wunsch aus dem Projekt aus, um sich auf ihre Doktorandenstelle in der Tierernährung zu konzentrieren. Vetarium wird seither von Julia Al Hmawendi und Klemens Kiesner weitergeführt.
Lernkarten mit klarer Funktion
Das Motto von Vetarium lautet: „Tiermedizinisches Wissen – schnell, kompakt und überall.“ Die Lernkarten verstehen sich bewusst nicht als Ersatz für Lehrbücher, sondern als Gedächtnisstütze: zum Wiederholen, Festigen und schnellen Nachschlagen von bereits erlerntem Wissen. Sie richten sich insbesondere an Studierende, Berufseinsteiger:innen und TFA und eignen sich sowohl zur Prüfungsvorbereitung als auch für den Praxis- und Klinikalltag. Die Inhalte der Karten entstehen in einem klar definierten Prozess: Nach einer Bedarfserhebung in der Community werden Tierarten und Themen festgelegt. Das Wissen wird aus Lehrbüchern, Skripten und wissenschaftlicher Literatur kompakt und visuell aufbereitet. Vor der Veröffentlichung durchlaufen alle Karten ein fachliches Proof-Reading durch Dozent:innen und Fachexpert:innen. Damit verbindet Vetarium praxisnahe Darstellung mit fachlichem Anspruch.
Vom Physiologie-Set bis zu Heimtieren
Das erste Set „Allgemeine Physiologie“ erschien im Oktober 2022 und umfasst unter anderem Hund, Katze, Pferd, Rind, Schwein und Geflügel. Inzwischen wurde das Sortiment kontinuierlich erweitert – unter anderem um Heimtier-Sets (Kaninchen, Meerschweinchen, Hamster) sowie thematische Erweiterungen, etwa für das Pferd (Signalement, Impfungen, Entwurmung).
Die Karten im DIN-A6-Format sind vollfarbig gestaltet, wasserabweisend beschichtet und für die Kitteltasche konzipiert. Vertrieben werden die Karten über den eigenen Online-Shop unter www.vetarium.de. Darüber hinaus sind sie inzwischen auch an mehreren Universitäten erhältlich, unter anderem an der TiHo Hannover und der Vetmeduni Wien. Zudem werden Vetarium-Karten regelmäßig für Gewinnspiele, Tombolas bei Ersti-Tagen, Bergfesten und weiteren Uni-Events eingesetzt.
Fazit aus JUST4VETS-Sicht
Vetarium ist ein Beispiel dafür, wie aus eigener Erfahrung im Studium und in der Praxis ein Produkt entstehen kann, das echten Mehrwert bietet. Die Lernkarten schließen eine Lücke zwischen theoretischem Wissen und praktischem Arbeiten – kompakt, robust und nah an den Bedürfnissen der Community.