"Die Leute wollen Katze lernen!" Dr. Angelika Drensler über die 10. Thementage Patient Katze
Die 10. Thementage Patient Katze der AG Katzenmedizin der DGK-DVG feiern Ende November in Bad Nauheim mit dem Schwerpunktthema Onkologie ein kleines Jubiläum. Im Gespräch erklärt Dr. Angelika Drensler, worauf sich die Teilnehmenden freuen können.
Zehnmal "Patient Katze"
Als die Thementage „Patient Katze“ vor zehn Jahren gestartet sind, war die Katzenmedizin in Deutschland noch deutlich unterrepäsentiert. Heute hat sich das Fachgebiet emanzipiert. "Die Katze ist nicht mehr das kleine Gegenstück zum Hund, sondern ein eigenständiger Patient mit eigenen diagnostischen und therapeutischen Anforderungen", erklärt Angelika Drensler, Mitbegründerin und Leiterin der AG-Katzenmedizin in der DGK-DVG und der Deutschen Gruppe Katzenmedizin.
Vom 28. bis 29. November 2026 treffen sich Tierärzt:innen und TFAs erstmals im Kurhaus Bad Nauheim zu den Thementagen „Patient Katze“. Dass die Veranstaltung diesmal nicht in Köln stattfindet, war keine strategische Entscheidung, sondern das Ergebnis organisatorischer Rahmenbedingungen. Dennoch sieht Dr. Angelika Drensler den Ortswechsel nicht als Nachteil. Im Gegenteil: Mit dem historischen Kurhaus und der winterlichen Jahreszeit setzen die Veranstalter:innen bewusst auf eine persönlichere Kongressatmosphäre. Statt des klassischen Sektempfangs können sich die Teilnehmenden auf ein winterliches Get-together freuen. Bad Nauheim selbst sorgt parallel für eine festlich illuminierte Innenstadt und weihnachtliche Lichtgestalten, Marktstände und mehr als eine Glühweinbude.
Schwerpunktthema Onkologie mit eigenem TFA-Stream
Inhaltlich steht die diesjährige Tagung unter einem Thema, das zunächst hochspezialisiert wirkt und gleichzeitig für nahezu jede Praxis relevant ist: Onkologie der Katze. Das Schwerpunktthema wurde bereits vor mehreren Jahren in der Mitgliederversammlung beschlossen. Drensler erklärt: "Die meisten Tierärzt:innen werden keine onkologischen Eingriffe in vollem Umfang selbst durchführen, aber nahezu alle müssen täglich Entscheidungen treffen und die Besitzer:innen ordentlich beraten." Dementsprechend wurde das Programm bewusst interdisziplinär aufgebaut. Drensler spricht von einem „hochkarätigen Programm“, das Prof. Dr. Mirja C. Nolff (Universitäres Tierspital Zürich), Dr. Nina Eberle (VetSpezial Lehrte), Dr. Martina van Suntum (Tierklinik Germersheim) und PD Dr. Heike Aupperle-Lellbach (Laboklin) entwickelt wurde. Neu ist ein eigener onkologischer Themenstream für TFAs mit derselben fachlichen Tiefe, aber entsprechend angepasst an unterschiedliche Rollen im Team.
Call for Abstracts
Ein Anliegen liegt Dr. Angelika Drensler besonders am Herzen. Parallel zum Vortrags- und Masterclass-Programm ruft die AG Katzenmedizin erneut zum Posterwettbewerb auf. Gesucht werden Fallberichte aus der Praxis ebenso wie aktuelle Forschungsergebnisse rund um die Katze. Dabei müssen die Themen ausdrücklich nicht auf Onkologie beschränkt sein. Abstracts können bis 31. Juli 2026 eingereicht werden. Die Abstractlänge ist auf 300 Wörter begrenzt. Angenommene Beiträge werden später in der Zeitschrift Kleintierpraxis sowie im Tagungsband veröffentlicht. Die besten Einreichungen werden prämiert.
Die Katze ist gekommen, um zu bleiben
Auf die Frage, ob Katzenmedizin noch wächst, erklärt Drensler, dass sie die ganz großen Wachstumsschübe nicht erwarte. Für sie ist das kein Zeichen von Stillstand, sondern eher ein Beleg dafür, dass Katzenmedizin heute im Praxisalltag angekommen ist. Vor allem junge Kolleg:innen suchten gezielt nach Vertiefung über das Studium hinaus. Die hohen Teilnahmezahlen bei Webinaren und Fortbildungen bestätigten diesen Trend. Angelika Drensler freut sich auf die Tagung in Bad Nauheim und ist positiv gestimmt: "Die Leute wollen Katze lernen.“
Mehr Informationen unter: Patient Katze 2026
Andreas Moll