Ernährungsberatung: Das sollten frisch gebackene Kätzcheneltern wissen!

Tierkinder haben ganz spezielle Ernährungsbedürfnisse, die ihre Besitzer:innen kennen sollten. Dr. Irene Bruckner, Fachtierärztin für Ernährung und Diätetik bei Royal Canin, erklärt, worauf es bei der Ernährungsberatung ankommt.

Warum ist eine Ernährungsberatung gerade bei jungen Kätzchen so wichtig?

Dr. Irene Bruckner: Kätzchen sind Tiere im Wachstum und haben prinzipiell einen anderen Bedarf an Nährstoffen und Energie als ausgewachsene Tiere. Ihr Körper befindet sich noch im Aufbau und benötigt das richtige Gleichgewicht an Nährstoffen. Hier ist es wichtig, die Tierhalter:innen von Anfang an zu sensibilisieren und sie zu begleiten. Meine Empfehlung für die erste Ernährungsberatung: eine ausführliche und gut verständliche Erläuterung der Nährstoffe kombiniert mit einem gemeinsamen Blick auf die Nahrungspackung. Wichtig ist auch der Hinweis, dass Tierhalter:innen die Nahrung mit der Küchenwaage abwiegen sollten und nicht mit dem Messbecher oder „Pi mal Daumen". Außerdem müssen Kätzchenbesitzer:innen wissen, worauf sie bei der Verdauung achten sollten, also: Was ist normal bzw. wann muss ich in die Praxis?

Was sind häufige Fütterungsfehler?

Dr. Irene Bruckner: Ein häufiger Fehler ist, dass Tierhalter:innen die falschen oder ungenauen Mengen füttern oder ein Produkt mitfüttern, dass für das Tier im Wachstum nicht geeignet ist. Zum Beispiel eine Nahrung für erwachsene Tiere. Oder auch ein Diätprodukt. Wenn im gleichen Haushalt beispielsweise eine Katze mit Harnsteinen oder Nierenerkrankungen wohnt. Hier sollten Tierärzt:innen oder Tiermedizinische Fachangestellte (TFAs) aufhorchen, denn auf keinen Fall sollte das Kätzchen einfach mitfressen. In solchen Fällen empfehlen wir Fütterungsautomaten. Ebenfalls problematisch ist eine Unausgewogenheit der Portionen - also zu viele Snacks und zu wenig Alleinnahrungsmittel. Snacks sollten nicht mehr als 5-10 Prozent der Tagesration ausmachen.

In welchem Rhythmus sollten Ernährungsberatungen angesetzt werden?

Dr. Irene Bruckner: Bei Jungtieren sollte eine Ernährungsberatung Standard sein. Kommt ein Kätzchen also das erste Mal in die Praxis, sollte eine ausführliche Ernährungsberatung fester Bestandteil der Untersuchung sein. Kätzchen haben zwei Wachstumsphasen: Die erste geht bis zum Ende des 4. Lebensmonats, die zweite bis zum Ende des Wachstums. Wichtig ist es, diese Phasen bereits beim ersten Termin anzusprechen und bei Jungtieren entsprechend Termine für die Ernährungsberatung zu vergeben. Ein weiterer wichtiger Zeitpunkt ist die Kastration. Denn auch durch eine Kastration kann sich der Nahrungsbedarf eventuell ändern.

Wie lässt sich eine solch umfassende Beratung in den Praxisalltag integrieren?

Dr. Irene Bruckner: Ernährungsberatung kostet Zeit, aber sie ist wichtig. Mein Tipp, um den Aufwand zu reduzieren: Auf der Homepage der WSAVA gibt es Checklisten für Tierhalter:innen, mit deren Hilfe man die Fütterung der Patienten genau evaluieren kann. Solche Dokumente kann man auf der eigenen Website zum Download hinterlegen und die Tierhalter:innen können sie schon im Vorfeld ausfüllen und am besten vorab per E-Mail schicken.

Mehr Informationen unter www.royalcanin.com/de.