Kölner Galgo-Marsch 2026 - gemeinsam auf die Straße für Spaniens Jagdhunde
Am Samstag, den 31. Januar 2026, gehen in Köln erneut tausende Menschen mit ihren Hunden auf die Straße: Der Kölner Galgo-Marsch findet bereits zum 11. Mal statt – anlässlich des Welt-Galgotages am 1. Februar. Was eigentlich Grund zur Hoffnung sein sollte, ist leider weiterhin bitter nötig. Denn die Situation der spanischen Jagdhunde hat sich in den vergangenen Jahren nicht verbessert – im Gegenteil. Galgos, Podencos und andere Jagdhunde werden in Spanien seit jeher als reine Nutztiere betrachtet. Auch die Novellierung des spanischen Tierschutzgesetzes im Jahr 2023 brachte für sie keinen Fortschritt: Jagd- und Gebrauchshunde sind ausdrücklich vom Gesetz ausgenommen und unterstehen inzwischen sogar dem Landwirtschaftsministerium. Damit werden sie rechtlich nicht als Haustiere, sondern als Nutztiere behandelt – mit fatalen Folgen.
Ende der Jagdsaison, also jedes Jahr im Januar, erreicht das Leid vieler dieser Hunde seinen traurigen Höhepunkt. Tiere, die den Anforderungen der Jäger nicht mehr genügen, werden aussortiert – oft brutal und grausam. Nur ein kleiner Teil hat das Glück, von Tierschutzorganisationen aufgenommen und später vermittelt zu werden.
Ein Marsch mit Geschichte – und mit vielen Stimmen
2025 nahmen rund 2.000 Menschen mit etwa 4.000 Hunden am Kölner Galgo-Marsch teil. Auch 2026 hoffen die Organisator:innen auf eine große Beteiligung. Denn jede einzelne Stimme zählt – für Hunde, die selbst nicht für sich sprechen können. Der Protestmarsch startet um 12 Uhr am Bürgerhaus Stollwerck in der Kölner Südstadt und führt durch die Innenstadt bis zum Heumarkt und wieder zurück. Seit 2016 – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2021 – gehen hier Jahr für Jahr Hunderte engagierte Tierfreund:innen gemeinsam auf die Straße.
Das stille Leiden hinter Spaniens Jagdtradition
In Spanien gibt es schätzungsweise rund 170.000 Jäger, die fast eine halbe Million Galgos halten. Viele dieser Hunde verbringen ihr Leben angebunden, eingesperrt in dunklen Verschlägen, ohne ausreichend Futter, Wasser oder medizinische Versorgung. Trainingsmethoden, bei denen Hunde hinter Autos oder Quads herlaufen müssen, sind keine Seltenheit. Besonders erschütternd sind immer wieder bekannt werdende Fälle von massenhafter Vernachlässigung. Im Sommer 2025 sorgte ein Fall aus Badajoz international für Entsetzen: 32 Galgos wurden in einer Halle angebunden zurückgelassen und starben qualvoll – einige Tiere ernährten sich zuletzt von den Kadavern ihrer Artgenossen. Solche Fälle sind leider keine Einzelfälle.
Galgos: sanfte Athleten mit besonderem Wesen
Wer einen Galgo kennt, weiß: Diese Hunde sind außergewöhnlich. Hochleistungsathleten mit grazilem Körperbau, dabei zugleich sanft, ruhig, sensibel und menschenbezogen. Viele Galgos, die heute in Deutschland leben, stammen aus dem spanischen Tierschutz und haben hier ein neues Zuhause gefunden – als vollwertige Familienmitglieder. Ihr fehlendes Unterfell macht sie zwar wetterempfindlich, aber auch besonders geruchlos. Regen- und Wintermäntel gehören für Galgos deshalb ganz selbstverständlich zum Alltag – ein kleiner Preis für ein Leben in Sicherheit und Geborgenheit.
Ein Zeichen aus Deutschland – für mehr Bewusstsein
Viele der heute in Deutschland lebenden Galgos wurden hierher vermittelt. Der Galgo-Marsch ist deshalb auch ein Zeichen der Solidarität: für Aufklärung, für Mitgefühl, für Verantwortung. Gerade Spanien als beliebtes Urlaubsland der Deutschen darf beim Thema Tierschutz nicht ausgeklammert werden. Der Kölner Galgo-Marsch ist keine geschlossene Veranstaltung für Windhundhalter:innen. Eingeladen sind alle Hundebesitzer:innen – mit oder ohne Hund – und alle Tierfreund:innen.