Lena Dietz: "Eifelwanderung mit Hund - Mutmacher und Wegweiser"

Portrait Lena Dietz
von Lena Dietz – 22.03.2018

Ihr braucht oder wollt eine Auszeit? Zeit für euch selbst? Wollt Ihr trotzdem Zeit mit eurem Hund verbringen und die Beziehung zwischen Euch stärken? Geht raus! Geht wandern! Ich kann es Euch nur empfehlen.

Der Entschluss kam dann aber doch eher kurzfristig. Und es gab wenig Zeit zur Vorbereitung - ein Grund, warum ein paar Reiseanbieter, die ich im Internet für Reisen mit Hund gefunden hatte, nicht in Frage kamen (z.B. Travel4dogs). Mindestens sieben Werktage müssen nämlich zwischen Buchung und Antritt der Reise liegen. Mein Entschluss stand aber fest: weit wollte ich nicht fahren und das Kölner Umland besser kennenlernen wollte ich auch. Das bedeutete, auf eigene Faust weiter zu suchen - und schließlich fündig zu werden. Als Ziel hatte ich mich für die Eifel entschieden. Eine Anfrage bei "Gesundland Vulkaneifel" ergab, dass dort sehr, sehr nette Damen gerne bei der individuellen Reiseplanung, vor allem auch mit Hund, behilflich sind:    

• Wie lange wollen Sie bleiben?
• Wollen Sie eine Strecken- oder eine Rundwanderung machen?      
• Wie lang dürfen die Etappen sein?   
• Wie darf die Unterkunft kosten?

Die nette Frau Schüler machte mir entsprechende Vorschläge sowohl per Mail als auch per Telefon, und ich musste mich letztlich nur noch entscheiden. Drei Tagesetappen wollte ich durch die Vulkaneifel wandern.

Ganz bewusst hatte ich mich im Vorfeld nicht über Strecken oder Unterkünfte vorab informiert. Es sollte Teil des kleinen Abenteuers bleiben, alles einfach so zu nehmen, wie es ist und Neues zu entdecken. Auch alleine (ohne Mann oder Freund/in) mit Hund zu reisen war eine bewusste Entscheidung. Ich stellte mir vor, dass die Erfahrung so um so intensiver sein und dass ich die Zeit wirklich nutzen würde.

Die Umsetzung

Dienstagabend reiste ich also mit meinem Labrador in Daun an, um am nächsten Morgen nach einem Besuch bei Frau Schüller und dem Kauf der entsprechenden Wanderkarte, zur ersten Etappe aufbrechen zu können. Die erste Nacht im Hotel Stadt Daun war leider etwas unruhig. Angehende Abiturienten feierten den (wohl schon sicheren) Schulabschluss in der dazugehörigen Bar, so dass ich nach ca. 4 bis 5 Stunden Schlaf etwas übermüdet, aber nicht weniger vorfreudig am nächsten Morgen in Richtung Manderscheid aufbrach. Die Sonne schien, und ich konnte nach dem ersten Anstieg auch meine Jacke ausziehen und an meinen Rucksack hängen. Der beinhaltete nur Tagesgepäck: ausreichend Wasser für mich und den Hund, Regensachen (falls es einmal richtig schüttet: Regencape und Regenhose), Leckerli für den Hund, etwas zu essen für mich sowie Wanderkarte, Handy mit Outdoor- und Karten-App (und extra Akku) und mein Portemonnaie. Auch ein Handtuch für meinen Labrador „Wassersuchhund“ hat sich als hilfreich erwiesen, da auch hundefreundliche Hotels sich nicht immer über einen klitschnassen und dreckigen Hund freuen.

Ich hatte bei allen Unterkünften einen Gepäcktransfer zum nächsten Zielort gebucht. Das hat sich für mich allemal gelohnt. Auch wenn man sparsam packt, hat man alleine durch Hundefutter, Näpfe und Decken schon genug zusätzliches Gepäck dabei. Auch die Preise für den Transfer hatte Frau Schüller mit den einzelnen Wirten vorher abgesprochen - genauso wie Preise für Lunchpakete (man schmiert sich selbst Brötchen) und den Hund. Die Unterkünfte machen da durchaus Unterschiede, und es lohnt sich vorher nachzufragen.

Irre. So etwas hatte ich vorher noch niemals erlebt. Beim nächsten Mal bin ich auf jeden Fall wieder mit dabei."

Chili S. Palmer

Labrador & "Wassersuchhund"

Etappe 1: Daun - Manderscheid

Die erste Etappe war wirklich traumhaft und die rund 20 Kilometer des Lieserpfads waren durchweg abwechslungsreich. Die Landschaft wechselte von Felswegen über breite Wiesen und durch Wälder und es ging auf und ab, aber auch mal ebenmäßig. Ganz glücklich und müde kamen wir in Manderscheid an. In der eigentlich geplanten Unterkunft „Haus Burgblick“ wurde renoviert und ich wäre der einzige Gast gewesen. Da die nette holländische Gastgeberin mir eine Nacht alleine in einem großen Haus am Waldrand nicht zumuten wollte, fuhr sie mich kurzerhand zur „Heidsmühle“ ins Tal. Dort konnten Hund und Frauchen eine durchweg ruhige Nacht verbringen und morgens ganz erholt zur nächsten Etappe aufbrechen. Da ich durch die Umbuchung etwas vom Weg abgekommen war, brachte uns der Fahrer der Mühle per Auto an den ursprünglichen geplanten Startpunkt. Tierarzt vor Ort: Susanne Fügen in Daun.

Etappe 2: Manderscheid - Großlittgen

Hier laufen Lieserpfad und Eifelsteig für einen Großteil der Strecke parallel. Ich musste nur den Abzweig auf den Eifelsteig Richtung Kloster Himmerod erwischen, um dann über eine kurze Transferstrecke in Großlittgen anzukommen. Es zeigte sich, dass es gut war, dass diese Etappe mit insgesamt knapp 15 Kilometern kürzer war als die erste. Tatsächlich waren die Beine müde, außerdem ging wirklich unermüdlich hoch und runter. Schön für die Wasserratte war auch hier wieder, dass wir fast ständig in Nähe der Lieser waren. Im Endeffekt hätte ich mir das Wassertragen für den Hund wirklich sparen können, denn er konnte über alle Etappen nicht nur baden, sondern auch nach Lust und Laune bestes frisches Eifelwasser trinken. In Großlittgen angekommen war erst mal rein gar nichts los. Ein absolut verlassen scheinendes kleines Dorf mitten im Nirgendwo. Das Gasthaus am Eck sah wirklich nicht einladend aus, aber die Gastgeberin Lydia, die ich anrufen musste, weil ich auch hier der einzige Gast war, machte den Eindruck wieder wett. Auch das riesige, leere Haus machte mir nichts aus, da das Zimmer wirklich gemütlich war und sogar Hundedecke und Näpfe bereit hielt. Am nächsten Morgen erzählte mir Lydia auch fast ihre gesamte Lebensgeschichte, was sehr spannend war und einen Teil davon kann man auf Kabel Eins nachschauen, denn TV-Starkoch Frank Rosin und sein Team waren vor zwei Jahren hier. Tierarzt vor Ort: Chaldun EI-Masri in Wittlich.

Die letzte Etappe: Großlittgen - Wittlich

Die letzte Etappe war mit Abstand die entspannteste - über eine Transferstrecke zurück auf den Lieserpfad. Mit insgesamt ebenfalls knapp 15 Kilometern und einer großteils ebenmäßigen Strecke durch Wälder (und für den Hund natürlich durch Wasser) war sie auch die am wenigsten anstrengende. Ich war fast ein bisschen wehmütig, dass sich unser Abenteuer schon dem Ende zuneigte. Dafür konnte ich mir auf der Strecke schon überlegen, dass das insgesamt doch eine wirklich schöne „Hunderunde“ war. Die letzte Übernachtung im PT-Hotel Rotenberg

war übrigens die am wenigsten spektakuläre für mich. Alles war in Ordnung, und ich wurde nett begrüßt. Ich habe allerdings hier nichts besonderes erlebt- keine spannenden Leute getroffen, und für meinen Geschmack war der Aufenthalt inklusive Gepäcktransfer zu teuer im Vergleich zu den anderen. Tierarzt vor Ort: Stani Knut in Wittlich.

Fazit: "Jederzeit wieder!"

Auch wenn es keine "Runde" war, kann ich eine Streckenwanderung wie diese nur empfehlen. Es tut einfach gut, zusammen mit dem Hund ein gemeinsames Ziel zu erreichen und im wahrsten Sinne des Wortes voranzukommen. Außerdem ist es so abwechslungsreich, und man trifft noch mehr unterschiedliche Menschen an den diversen Etappenzielen. Und davon lebt so eine Erfahrung einfach. Auf den insgesamt ca. 50 Kilometern habe ich unterwegs lediglich zwei Menschen getroffen - für meine Zwecke traumhaft. Den Hund konnte ich deshalb auch wirklich viel frei laufen lassen, da er gut abrufbar ist und keinen ausgeprägten Jagdtrieb hat. Ein paar Rehe sind uns nämlich dann doch über den Weg gelaufen.

Zurück zum Auto bin ich übrigens mit dem Bus gefahren! Buslinie 300 - von Wittlich nach Daun. Der fährt ca. alle zwei Stunden. Die Fahr dauert eine Stunde. Kosten für Frau & Hund: ca. 15€.

Wir haben uns zum Abschluss übrigens noch eine Übernachtung in Meerfeld im Eifelhotel Maarium gegönnt, wo Mann/Herrchen dann auch dazustoßen durfte und sich zumindest die menschlichen Beine in der Sauna und bei einem entspannten Spaziergang ums Meerfelder Maar erholen durften.

Fazit insgesamt: Tolle Erfahrung!
Fragen: Gerne an mich.